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Die Rolle der Finanzmärkte im globalen Kapitalismus

Seit den 1980er Jahren hat sich zunächst in den USA und anschließend in Europa eine neue Phase des Kapitalismus herausgebildet, in der dem Finanzsektor eine führende Rolle zukommt. Innovation, Deregulierung und Internationalisierung haben zu einer erheblichen Zunahme von Banken und anderen Finanzakteuren, von Finanzinstrumenten und Finanzmärkten geführt. Die Gewinne des Finanzsektors sind exorbitant gestiegen; der Finanzsektor hat Unternehmen der anderen Sektoren dazu verpflichtet, kurzfristigen Kapitalerlösen im Interesse der Anteilseigner den Vorrang zu geben („share-holder value“); selbst Unternehmen außerhalb des Finanzsektors erzielten einen größeren Anteil ihrer Gewinne durch finanzielle Transaktionen. Aber diese Entwicklung hat auch zu zunehmender Ungleichheit und Instabilität geführt, was schließlich in der schärfsten Finanzmarktkrise seit den 1930er Jahren gipfelte. Forschungen am Institut widmen sich den Entwicklungen im Finanzsektor und den durch sie hervorgerufenen Konflikten sowie geeigneten Formen der Regulierung im nationalen und internationalen Rahmen.